artfilm.ch
Preis: 65.00 CHF
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DVD5
PAL 4:3
Region 0
Sprachen: Deutsch English
Untertitel: -
Heidi Bucher
Räume sind Hüllen, sind Häute
CH 1981 32'
Regie: George Reinhart
Body shells, Venice Beach
1972 3'
Ab-Los-Raus-Wegfliegling
CH 1982 135'
Regie: Martin Kugler
Der fliegende Hautraum
CH 1982 4'
Regie: Martin Kugler
Grande Albergo Brissago
CH 1984 8'
Regie: Isa Hesse
Le prison, Le Landeron
CH 1985 4'
Regie: Anka Schmid
Bellevue, Kreuzlingen
CH 1990 9'
Regie: Michael Koechlin
Heidi Bucher. Biographische Notizen
CH 2005 8'
Regie: Mayo Bucher
Produktion: ArtAdventures
Heidi Bucher
Die schweizerische Anvantgarde-Künstlerin Heidi Bucher (1926-1993) zeichnete sich vor allem durch ihre eigenwillig-legendären "Abhäutungen" aus. Von zentraler Bedeutung in ihrem Gesamtwerk ist die Beschäftigung mit Architektur(fragmenten), welche fast alle ausnahmslos aus der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts stammen. Bei den entstandenen "Abhäutungen" von Wänden, Fenstern oder ganzen Zimmern, inklusive dem Parkettfussboden, handelt es sich um Erinnerungsfetzen an denen auch das letzte Staubkorn haftet. Ihre Arbeit ist gleichzeitig ein radikal-visionäres Zeugnis, als auch eine konzeptionelle Befreiung von einer alten, patriarchalisch geprägten Welt.
Es ist ein grosses Werk von faszinierender Schlichtheit, Poesie und beeindruckender Konsequenz.
Heidi Bucher, Mother of Pearl
Ausstellungstext des Migros Museums für GegenwartskunstIch sehe die Villa zum ersten Mal von der Terrasse aus. Nun gehe ich in das Haus hinein. Ich schaue die Wände an, die Türen, die Fenster, die Decken und die Böden. Ich berühre sie. Ich betrachte sie lange. Ich muss Allem näher kommen. Ich komme, wir kommen noch zur rechten Zeit, mit Gaze. Wir bekleben die Räume und lauschen. Wir betrachten die Oberfläche und beschichten sie. Wir hüllen und enthüllen. Das Gelebte, das Vergangene verfängt sich in dem Tuch und bleibt hängen. Wir lösen langsam die Kautschukschichten, die Haut, und ziehen das Gestern ins Heute.
Heidi Bucher (1926-1993)
Heidi Bucher wurde 1926 in Winterthur (Schweiz) geboren und wuchs dort in einem gutbürgerlichen Haus der Jahrhundertwende auf. Nach der Schule in Teufen, besuchte sie von 1942 bis 1946 die Kunstgewerbeschule in Zürich und lernte unter anderem bei Johannes Itten und Max Bill. Nach der Ausbildung beschäftigte sich Bucher hauptsächlich mit linearen Zeichnungen und Collagen, und arbeitete für den Zürcher „Tages-Anzeiger“ als Illustratorin. In den 1950er Jahren bestreitet sie ihre Ausstellungen mit Zeichnungen und Seiden-Collagen.
Im Verlauf der 1960er Jahre und mit dem Zusammenbruch der traditionellen Definitionen von „Malerei“ und „Skulptur“, experimentierten viele Künstler wie zum Beispiel Richard Serra, Louise Bourgeois oder Bruce Nauman mit neuen Werkstoffen auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten - darunter auch mit Naturlatex. Wie schon für Eva Hesse (1936-1970) spielte auch für Heidi Bucher Latex in ihrem Werkkomplex eine essentielle Rolle.
Von 1969 bis 1972 zieht Heidi Bucher für ein Jahr nach Kanada und anschliessend an die Westküste der USA. In Los Angeles entstehen, in Zusammenarbeit mit ihrem damaligen Mann Carl Bucher, die grossformatigen Schaumstoffskulpturen mit dem Titel Body Shells (1972). Die tragbaren Skulpturen schliessen das menschliche Subjekt von seiner Umgebung ab, bieten einen Rückzug ins Private, und erinnern durch ihre verfremdende Form an die futuristische Mode der damaligen Zeit. Die hybridartigen Kleiderskulpturen wurden u. a. auf dem Cover von Harper’s Bazaar abgebildet. Zurück in Zürich beginnt Heidi Bucher 1974 Kleider, Decken, Kissen und weitere Gegenstände mit „Gummimilch“ einzubalsamieren und zu einfachen Assemblagen zu installieren. Die Objekte stammten aus dem privaten Bereich. Es beginnt eine „Spurensicherung“ der eigenen Existenz, welche auch bei anderen Künstlern jener Zeit zu beobachten ist. In Form einer Chronistin, beginnt Bucher ihr Leben aufzuarbeiten. So stellen die „Häutungen“, die sie ebenfalls ab 1974 vornimmt, eine direkte Brücke zu ihren „Kleider-Reliefs“ dar. Von 1974 bis 1977 lebt und arbeitet Bucher in einem ehemaligen Metzgereigeschäft. Ihr Atelier befindet sich in dessen geräumigem Untergeschoss - sie nennt dieses „Borg“. In diesem finden die ersten Raumhäutungen statt. Mit dem Herrenzimmer (1977/1978) kehrt Bucher ins Elternhaus, eine Villa aus dem 19. Jahrhundert, in Winterthur zurück. Mit dickflüssigem Latex bestreicht sie die Holztafelwände und Parkettböden. Nachdem sich dieses verfestigt hat, reisst sie die Textil-Latexhäute ab und reibt diese mit einem Perlmutterpigment ein. Durch das Einreiben erhalten die Häute sowohl ein irisierendes und schillerndes Äusseres als auch ein neues „Innenleben“.
Eine weitere Aktion nimmt Heidi Bucher 1991 in Angriff - die „Häutung“ der Villa Bleuler in Zürich. Heute beherbergt die Villa, die im 19. Jahrhundert im italienischen Neu-Renaissance-Stil errichtet wurde, das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft. Fasziniert von den Wänden, Böden, Decken, Ofenklappen und anderen Dingen, häutet sie unter Mitwirkung des Instituts das ganze Haus. 1993 stirbt Heidi Bucher an den Folgen ihrer Krebserkrankung in Brunnen (Schweiz).
Anka Schmid
*1961, Zürich, Schweiz. Freischaffende Filmerin: Dokumentar- und Spielfilme, Videoart. Diverse Filmpreise. 1988 Jahresaufenthalt im Hopiland für die Realisierung des Films TECHQUA IKACHI.
2011 MIT DEM BAUCH DURCH DIE WAND
2009 ISA HESSE RABINOVITCH
2008 HIERIG HEUTIG
2005 YELLO - BORIS BLANK UND DIETER MEIER
2002 ABC SOUND ALPHABET
2001 DAS ENGADINER WUNDER
1998 LITTLE SISTER
1997 LABYRINTH-PROJEKTIONEN
1995 MAGIC MATTERHORN
1991 HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN
1989 TECHQUA IKACHI
1986 HABIBI- EIN LIEBESBRIEF
1986 HERZENS-FREUDE
1985 LE PRISON, LE LANDERON
1983 DIE REISE ZUR SÜDSEE
News
- HEIDI BUCHER 2006-09-16
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