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Visions du Réel

 Ghetto

Preis: 36.00 CHF
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DVD9
PAL 4:3
Region 0

Sprachen: Schweizerdeutsch
Untertitel: Deutsch English Français

Ghetto
CH 1997 118'
Regie: Thomas Imbach
Drehbuch: Thomas Imbach, Monika Gsell
Kamera: Jürg Hassler, Thomas Imbach
Ton: Thomas Imbach
Schnitt: Thomas Imbach, Jürg Hassler
Musik: Peter Bräker

Stichworte
Jugend
Gesellschaft
Dokumentarfilm

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Ghetto

(ghetto auto techno sex drugs marroni)

Thomas Imbach

«Das grösste verdammte Ghetto» nennt der Schulwart das Klassenzimmer, in dem Xhumi und Müke die letzten paar Monate ihrer Schulzeit verbringen. Anas Hände werden schweissnass, wenn es um die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft geht. Olli steht schon draussen – nämlich auf der Gasse. «Dein Gesicht hat sich bös verändert in letzter Zeit» sagt Ati, der Marroni-Verkäufer, auch noch keine 20. Wir befinden uns an einem sonnigen Flecken der Zürcher Goldküste. Eine Handvoll Kids bahnt sich ihren Weg in die Arbeits- und Konsum-Gesellschaft. «Es ist sechs Grad minus», sagt Olli seinem Freund Ati, während Dani sich schwerfällig von seinem Bett auf den Boden rollen lässt.

Abkürzungen: Thesen zu Schriftlichkeit und Wirklichkeit im Dokumentarfilm

Thomas Imbach und Jürg Hassler

Die folgenden Thesen für ein FOCAL-Seminar im November 1995 entstanden während den Dreharbeiten für GHETTO (beim Warten auf die Kids)

0 Lernen ist immer autodidaktisch, auch in der Schule und im Seminar.

Schriftlichkeit
1 Keine schriftliche Vorwegnahme des Films; sondern Felder einkreisen, assozieren; Absichtserklärungen über die Stossrichtung; weg von einer Universal-Sprache hin zur Entdeckung des Besonderen im Film.
2 Literarische Ansprüche abbauen zugunsten von präzisen Formulierungen im Bereich des Technischen und der filmischen Wahrnehmung.

Wirklichkeit
3 Der Dokfilm kann DIE Wirklichkeit nicht festhalten, er muss eine neue schaffen.
4 Der Dokfilm muss wegkommen vom Dokfilm, der sich im Dokument definiert.
5 Mit jedem Film Film erfinden.
6 Der Spielfilm ist tot, der Dokumentarfilm ist tot, es lebe der Film.

Produktion
7 Benütze billigstes Material, aber von bester Qualität.
8 Die innovativste Technik wird im Amateurbereich entwickelt: handy, steady, auto.
9 Absoluter Abbau von Organisation, produktives Herumhängen.
10 Absoluter Stellenabbau, cinéma copain.
11 Es gibt keine Überstunden.
12 Das wertvollste Kapital - die Zeit - effizient einsetzen, auch beim Herumhängen.
13 Zeit kann man nicht verlieren.
14 Technische Autonomie bei allen künstlerischen Arbeitsvorgängen.
15 Absolute Professionalität im ganzen Postproduktionsbereich.

Dreharbeiten
16 Masslos drehen, so masslos dass der Schmerz des Verlustes beim Schnitt nicht mehr spürbar ist.
17 Alles über zwei Kilos abwerfen; Kameras, Stative, Licht-Kisten.
18 Das Weiss eines Augapfels im Mondschein reicht aus.
19 Der Wald spürt, dass wir ihn filmen.
20 Den Leuten genauestens auf die Schuhe oder Finger schauen.
21 Assoziatives Vorgehen ist professionell. (vgl. 37)
22 Immer einen Zacken zulegen. (vgl. 36)
23 Es gibt keine Trennung zwischen vor und hinter der Kamera.
24 Keine versteckte Kamera, statt Diskretion mit der Kamera auf den Leib rücken.
25 Vermeide Interviews und Kommentare.
26 Habe keine Angst, bei laufender Kamera einzuschlafen.
27 Enthusiastisch, dilettantisch, beflügelt ohne zuviel Gepäck drehen; aber professionell, cool, erbarmungslos schneiden.
28 Versuche, alles selber zu machen.
29 Trau keinem, der sagt: "das kann man nicht".
30 Trau keinem, nur weil er sich als Profi ausweist.
31 Arbeite erst mit Profis, wenn du glaubst, alles selber zu können.

Schnitt
32 Der Film schneidet sich von selbst.
33 Brauche Schnittverstärker: mache deine Schnitte sichtbar.
34 Es gibt immer nur einen richtigen Schnitt.
35 Arbeite immer wieder mit dem ganzen Material.
36 Noch einen Zacken zulegen. (vgl. 22)
37 Assoziatives Vorgehen ist professionell. (vgl. 21)
38 Nutze deine Fehler, vertusche sie nicht.
39 Apriori gibt es keine Fehler. Fehler sind die beste Auffrischung.
40 Nicht immer die alten Fehler wiederholen, sondern immer neue machen.
00 Es gibt keine Abkürzungen.

Thomas Imbach

Geboren 1962 in Luzern. Unabhängiger Filmemacher mit Sitz in Zürich. Mit eigener Produktionsfirma Bachim Film produziert er seine Filme. Hat für seine Arbeit in der Schweiz und im Ausland mehrere Preise erhalten.

2011 DAY IS DONE
2007 I WAS A SWISS BANKER
2006 LENZ
2002 HAPPY TOO
2001 HAPPINESS IS A WARM GUN
1998 NANO-BABIES
1997 GHETTO
1994 WELL DONE
1991 RESTLESTNESS
1988 SCHLACHTZEICHEN

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EAN 7321921092275
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