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George Gruntz
Pianist, Komponist, Orchesterleiter
Werner Zeindler
Man kann nicht Jazz auch
George Gruntz
Der Film mit George Gruntz zeigt, dass im Jazz das wichtigste Qualitäts-Element die Improvisation ist, zeigt, dass die Improvisation ein spontaner Kompositions-Prozess ist.
George Gruntz erreicht heute mit seiner Musik immer mehr auch ein Publikum, das sonst klassische Musik hört. Er ist seit mehr als vier Jahrzehnten eine die internationale Jazzszene prägende Persönlich- keit. Der Film zeigt den erfolgreichen und vielseitigen Musiker heute, zeigt den diszipliniert und intensiv Arbeitenden, zeigt, wie seine Musik entsteht. Und Filmausschnitte zeigen ihn als Vierzigjäh- riger vor seiner weltweiten Karriere als Pianist, Komponist, Arran- geur, Orchesterleiter, Festivalleiter, Theater- und Filmmusiker. Er ist ein Ruheloser, ein Suchender, mit grosser Neugier nach den Möglichkeiten des Jazz. Er ist meist unterwegs, verfolgt gleichzeitig mehrere Projekte, komponiert ständig neue Werke. Er führt unter- schiedlichste Musiker und verschiedenste Musikarten aus der ganzen Welt zusammen. Der Film zeigt ihn allein am Piano, mit der NDR-Bigband im Studio in Hamburg, mit seiner „George Gruntz Concert Jazz Band“ bei Proben und in Konzerten. In einem Work- shop mit Jazzstudenten hält er dazu an, nicht die ausgetretenen Pfade zu gehen, sondern eigene Wege einzuschlagen.
Der 75jährige hat in der letzten Zeit aber auch gelernt, vermehrt Nein sagen zu können, um sich ausschliesslich auf seine eigene künstlerische Arbeit zu konzentrieren.
Hintergrund
Man erlebt einen George Gruntz zwischen orchestralen Grossprojekten mit Bigband, dem Piano-Solokonzert und seinem Arbeitszimmer. Der Film zeigt den Musiker heute mit 75 Jahren und vor seinem internationalen Durchbruch im Alter von vierzig Jahren. Diesen Künstler über ein Jahr mit der Kamera immer wieder zu begleiten, war die Voraussetzung, um im Film seine Vielseitigkeit zeigen zu können.Da ist seine mehrere Monate dauernde Beschäftigung mit dem Bassisten Charles Mingus (199-1979), aus dieser die Komposition einer Fünfsatzsuite entsteht, sowie das Arrangement des Mingus-Titels «Fables of Faubus». Für George Gruntz ist dies wegen seiner politischen Aussage gegen den Rassismus ein sehr wichtiges Stück. Für die Kompositionsarbeit und das Schreiben der Partitur zieht er sich zurück in sein Arbeitszimmer. Die Einstudierung dieses zweieinhalbstündigen Programms mit der NDR-Bigband im Studio des Norddeutschen Rund- funks in Hamburg zeigt denn auch einen Höhepunkt der Konzentration bei der Realisation dieses Mingus-Projekts von George Gruntz.
Er hat eine Ägide für den Nachwuchs. Dies ist auch im Film ein wichtiger Aspekt. Gruntz will junge Talente fördern, integrieren, befreien von modischem, von illusionistischem von clichiertem. Er hält keine theoretischen Vorträge – er zeigt es im Zusammenspiel. Beim «Interlaken Jazz Worshop», einem Meisterkurs mit seiner «George Gruntz Concert Jazz Band» erarbeiten die Solisten der Band in den Sections zusammen mit Jazzstudenten und fortgeschrittenend Amateurmusikern ein paar Titel ein, die dann in einer gemeinsamen Probe und in einem Konzert am Abend auch gespielt werden. Er selber kümmert sich um einen jüngeren Pianisten, mit dem er nur an einer einzigen einfachen Harmonie arbeitet.
Stichwort «George Gruntz Concert Jazz Band»: Sie ist sein Lebenswerk und sein Herzstück seit fünfunddreissig Jahren. Der Film skizziert die Geschichte dieser Bigband vom Heute aus. Hier öffnet sich auch die Zeitschere mit einem Ausschnitt aus dem Film «Ein Konzept in Musik» von 197, der die Probenarbeit mit der damaligen ersten Formation zeigt. Mit dabei waren unter anderem Dexter Gordon, Daniel Humair, Phil Woods, Woody Shaw, Benny Bailey, Sahib Shihab, Vater und Sohn Ambrosetti.
Quirlig, fast tänzelnd, lachend und mit grosser Spiellust wie eh und je spornt Gruntz als Bandleader auch heute noch immer seine fünfzehn Musiker an, teilweise Stammspieler seit über dreissig Jahren, gibt die Einsätze mit Handbewegungen, kleinen Gesten oder auch nur mit Blicken. Der Film verfolgt die Proben und das Konzert in Paris und das Celebration- Konzert aus Anlass von Gruntz’ 75. Geburtstag in Basel. Schon 197 sagte er – und heute bestätigt er seine Aussage zu seinem Konzept der Band: «Eine Gruppe von Leuten zu haben, in der jeder für sich ein Solist ist, wo jeder seine Kraft einbringt für das Orchester, damit das entstehen kann, was eine Jazz-Bigband sein soll und muss. Wichtig ist mir, dass die formalen Bedingungen geschaffen sind, damit die Musiker mit der Identifikation ihrer Persönlichkeit sich interpretatorisch äussern können.»
Jazz als dramatische Handlung. Die Jazzoper mit Bigband und improvisierenden Jazz- sängern ist eine Erfindung von George Gruntz. Im Auftrag von Rolf Liebermann schrieb er 197 «Magic of a flute», ein abendfüllendes Werk für die Pariser Oper. Die Oper basiert auf dem Libretto der «Zauberflöte», aber von Mozarts Musik ist in der «Magic of a flute» von George Gruntz nichts mehr erkennbar. Ein lebenslängliches Projekt ist es, das nie szenisch aufgeführt wurde. Andere Formen für dieses Werk waren gefragt, etwa eine kon- zertante Aufführung des Gesamtwerks in Gstaad. George Gruntz schrieb auch eine Fassung für ein Octet, mit ihm am Piano, für Flöte und Tenorsaxophon, Bass und Schlagzeug, mit drei Sängerinnen und einem Sänger. Der Film zeigt die bisher letzte konzertante Aufführung an den Ehinger Jazztagen 006.
Im Gegensatz zu «Magic of a flute» wurde Gruntz’ Jazzoper «Cosmopolitan Greetings» unter der Regie von Robert Wilson auf Initiative wiederum von Rolf Liebermann von der Hamburger Oper aufgeführt. Das Libretto des Poeten der Beat-Generation, Alen Ginsberg, spiegelt die Lebensgeschichte der Jazzsängerin Bessie Smith.
Der Film zeigt George Gruntz heute und stellt ihn vor den Hintergrund seiner Biografie: Jahre lang war er künstlerischer Leiter vom JazzFest Berlin. Auch da – er wollte stets zu Neuem aufbrechen – das war für ihn Programm.
Der 75-jährige, der Jahrzehnte umtriebig, ruhelos, aktiv, von Engagement zu Engagement, von Projekt zu Projekt, unterwegs ist, hat nach einem gesundheitlichen «Schuss vor den Bug» gelernt, seine Zeit anders, bewusster, kritischer, entschiedener einzuteilen. Er hat gelernt, Nein zu sagen und sich mit grosser Lust und viel Kraft ausschliesslich auf seine eigenen künstlerischen Projekte zu konzentrieren.
Werner Zeindler
Geboren 1947 in Bern. Regievolontariate beim Schweizer Fernsehen. Studium an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin). Hospitanz und Regieassistenz am Theater. Reportagen und Kurzfilme für das Fernsehen. Theaterinszenierungen in Zürich, Stuttgart und Chur. Autor und Regisseur von Hörspielen. Autor diverser Drehbücher, freischaffender Filmemacher.
2007 GEORGE GRUNTZ - PIANIST, KOMPONIST, ORCHESTERLEITER
2006 ES LEBE DAS KABARETT!
2005 BERG DER SAURIER
2003 TOR ZU ITALIEN
2003 FJORD DER ADRIA
2002 GRENZSTEIN DER WELT
2000 AUDIEU WILHELM FALLER
1999 AUGE FÜR AUGE
1995 FISCHERKRIEG
1994 TATORT BIENZLE UND DIE SCHÖNE LAU
1994 DIPLOMATEN DES ELENDS
1993 ALLEIN UNTER LEUTEN
1991 EIN ERSTER WURF IST MEISTENS DAS BESTE
1990 MARIA JOAO PIRES
1989 JUGENDLIEBE
1989 SOLLTE DENN ALLES GEWUSST SEIN?
1988 EINER WILL NICHT MEHR MITMACHEN
1987 DER ANALPHABET
1987 DIE VERSCHLOSSENE TÜR
1986 MEIN TAG IM DUNKELN
1986 SCHRITTMACHER
1984 FAST EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE
1983 DAS VERRÄTERISCHE HERZ
News
- GEORG GRUNTZ von Peter Zeindler auf 3sat und Gedenkmatinee in Basel 2013-01-18
- GEORGE GRUNTZ von Werner Zeindler am 30. Juli auf HD Susse 2009-07-30
- GEORGE GRUNTZ von Werner Zeindler am 30. April auf HD Suisse 2009-04-30
- GEORGE GRUNTZ - PIANIST, KOMPONIST, ORCHESTERLEITER von Werner Zeindler 2008-03-16
Internet
Preis: 30.00 CHF
An Lager
DVD-R Kopie
PAL 16:9
Region 2
Sprachen: Deutsch
Untertitel: -
George Gruntz
CH 2007 70'
Regie: Werner Zeindler
Drehbuch: Werner Zeindler
Kamera: Peter Guyer, Matthias Kälin, Ulrich Grossenbacher
Ton: Balthasar Jucker, Dieter Meyer, Jürg von Allmen
Schnitt: Tania Stöcklin
Musik: George Gruntz
Produktion: PS Film
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