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Fleurs de sang
Alain Tanner, Myriam Mézières
Pam, eine Kindfrau von 14 Jahren, hat eben ihren ersten Liebhaber getötet, der viel älter war als sie. Diese Nachricht versetzt uns fünf Jahre zurück. Damals war die kaum neunjährige Pam die Ankleidedame und Beschützerin ihrer Mutter Lily. Sie begleitete sie zu den zahllosen Cabaret-Bühnen, auf denen Lily eine ganz spezielle Nummer präsentierte, welche die banale Welt der Erotik in eine eigentliche künstlerische Darbietung verwandelte.
Schon der Titel deutet darauf hin, dass Fleurs de sang ganz der körperlichen und sinnlichen
Dimension von Tanners Werk zuzuordnen ist, die Une flamme dans mon coeur oder Le journal
de Lady M. durch Myriam Mézières verliehen wird. Das Drehbuch hat Mézières auf der Grundlage
autobiografischer Erinnerungen in Koproduktion mit Tanner realisiert. Wieder geht es um das
Porträt einer Frau und wieder scheint darin die Freiheit eine Persönlichkeit jenseits jeder Norm zu
sein. Zwar erlaubt die über fünf Jahre reichende Filmhandlung, die Entwicklung einer schmerzlichen
Mutter-Tochter-Beziehung zu verfolgen, doch Tanners Absicht liegt in der Zusammenfassung dieses
Zeitraumes und nicht in einer hypothetischen psychologischen Chronologie. Die Beziehung wird als
Ganzes erfasst, dessen Risse verfolgt werden, ohne dass ihr Ausgangspunkt genauer bezeichnet
würde. So beginnt der Film auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Einmal die der Mutter und der
Tochter gemeinsam in der gleichen Bohême, dann jene, in der beide durch die Gesellschaft voneinander
getrennt sind, wobei jede mit den eigenen Entscheidungen und Irrungen konfrontiert ist.
Die Funktion des Schnittes ist nicht so sehr Antwort auf ein vorhersehbares «Was wird aus ihnen?»
zu geben, das eine Einleitung zu der banalen Diskussion der Frage wäre «Wie kann eine Tochter
ohne ihre Mutter leben?» (und umgekehrt), sondern die Metamorphosen von ein und dem gleichen
Körper aufzuzeigen: Die doppelte Identität – die Mutter-Tochter-Identität – drückt der Film durch
das gesellschaftliche Paar aus, dessen Hochs und Tiefs wie jene einer einzigen weiblichen Figur mit
zwei Gesichtern gezeigt werden. Die Schönheit des Films beruht auf einer ständigen Fusion beider
Figuren, dem ständigen Rollenspiel, das schliesslich an der Mutter-Tochter-Grenze die verstörenden
Konturen von inzestuösem Band und Identitätstransfer zeichnet.
Frédéric Bas
Alain Tanner
2004 PAUL S'EN VA
2002 FLEURS DE SANG
1999 JONAS ET LILA, A DEMAIN
1998 REQUIEM
1995 FOURBI
1994 LES HOMMES DU PORT
1993 LE JOURNAL DE LADY M.
1991 L'HOMME QUI A PERDU SON OMBRE
1989 LA FEMME DE ROSE HILL
1987 LA VALLEE FANTOME
1986 UNE FLAMME DANS MON COEUR
1985 NO MAN'S LAND
1983 DANS LA VILLE BLANCHE
1981 LIGHT YEARS AWAY - LES ANNEES LUMIERE
1978 MESSIDOR
1977 TEMPS MORT
1976 JONAS QUI AURA VINGT-CINQ ANS EN L'AN 2000
1974 LE MILIEU DU MONDE
1973 LE RETOUR D'AFRIQUE
1971 LA SALAMANDRE
1968 CHARLES, MORT OU VIF
1968 DOCTEUR B., MEDECIN DE CAMPAGNE
1966 UNE VILLE A CHANDIGARH
1964 LES APPRENTIS
1962 L'ECOLE
1961 RAMUZ, PASSAGE D'UN POETE
1957 PICADILLY LA NUIT
1957 NICE TIME
Coffret
ALAIN TANNER (5 DVD)
Livres
2007 CINE-MELANGES
1984 A POSSIBLE CINEMA by Jim Leach
1976 Scénario JONAS QUI AURA VINGT-CINQ ANS EN L'AN 2000
Myriam Mézières
2002 FLEURS DE SANG
1992 LE JOURNAL DE LADY M.
Actrice
1975 JONAS QUI AURA 25 ANS EN L'AN 2000
News
Internet
Preis: 32.00 CHF
An Lager
DVD5
PAL 16:9
Region 2
FSK: 16+
Sprachen: Français
Untertitel: Deutsch
Fleurs de sang
CH 2002 100'
Regie: Alain Tanner, Myriam Mézières
Drehbuch: Myriam Mézières
Kamera: Denis Jutzeler
Ton: Christian Monheim
Schnitt: Monica Goux
Produktion: Filmograph
Mit: Myriam Mézières, Louise Szpindel, Tess Barthes, Bruno Todeschini

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