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Exit
Le droit de mourir
Fernand Melgar
Schweizer Filmpreis 2006: Bester Dokumentarfilm
Wir kennen weder den Tag noch die Stunde. Wenn uns eine mit Schmerzen und körperlichem Verfall verbundene Krankheit überfällt, blicken wir plötzlich dem Tod ins Auge. Was von unserem Leben übrig bleibt, wirkt furchtbar und beängstigend. Wie kann man sich selber und seinen Angehörigen eine langsame Agonie ersparen? Die Schweiz ist weltweit das einzige Land, wo Vereine wie EXIT sterbenden Menschen völlig legal Selbstmordbeihilfe anbieten. Seit über zwanzig Jahren begleiten ehrenamtliche Helfer Kranke und Behinderte auf dem Weg zu einem Tod ihrer Wahl, den sie für würdiger erachten. In diesem Dokumentarfilm gehen Begleiter und Begleitete den Tod direkt an: weder wie ein Tabu noch wie ein unzumutbares Ende, sondern wie eine Erlösung. Den zurückgelegten Weg beschreiben sie mit ihren Worten und Gebärden, mit ihren Überzeugungen und Zweifeln. In einer Gesellschaft, die dazu tendiert, alles zu kontrollieren, stellen sie uns vor diese ganz persönliche Frage: Ist die Wahl unseres eigenen Todes nicht unsere allerletzte Freiheit?
Mit der Präzision der Aufnahmen, ihrer Situierung
in Zeit und Raum, welche die Beziehungen
zwischen den Figuren des Films
beschreiben, gelingt es Fernand Melgar zu erläutern,
warum und wie Menschen die Fäden,
die sie am Leben erhalten, durchzuschneiden
beschliessen. Es geht um Entscheidendes, nämlich
darum, in der grossen Tradition des Cinéma
direct im Einverständnis mit ihnen und ohne
Verfälschung ihres Verhaltens direkt auf Menschen
zuzugehen, die jenseits der allgemein
gültigen Moral handeln und denken. In EXIT –
nach dem Namen der 1980 in der Westschweiz
gegründeten und heute 10’000 Mitglieder im
Alter zwischen 21 und 103 zählenden Vereinigung
– ist die Rede von Freiwilligen, die von
Krankheit und Leiden erschöpfte Menschen bis
zu ihrem bewusst gewählten Tod begleiten.
Zwei verschiedene Bildebenen verleihen diesem
Roman des Wirklichen die Dimension
einer Initiation, deren kultureller und moralischer
Horizont durch eine in Japan gedrehte
Sequenz erweitert wird. Es gibt die fliessenden
Einstellungen. Sie schmiegen sich den
Bewegungen der Gespräche und Körper an,
entschlüsseln das dringende Bedürfnis nach
Komplizität und Mitgefühl zwischen den Menschen,
welche die todbringenden Handlungen
durchführen werden. Die Sequenz des Spaziergangs
von zwei Sterbebegleiterinnen in
einer dunstigen Landschaft mit gespensterhaften
Bäumen ist stupend. Es gelingt dem
Filmemacher und seinem Chefoperateur, in
ihrem Gespräch die universellen Gedanken
über Leben und Tod festzuhalten. Dieser
Moment, der in einem von der Erinnerung an
das Hin und Her zwischen den beiden Ufern
durchzogenen Phantasieraum schwebt, gibt
der Erzählung ihren beherrschten Rhythmus.
Einer Erzählung, die ihren Zuschauer nie vor
den Kopf stösst.
Und es gibt die festen, messerscharf kadrierten
Einstellungen, welche die Strukturen eines
Reichs von Generalversammlungen, Komiteeund
Vorstandssitzungen ausloten, in denen die
Reglemente, die Prozeduren, die den Akteuren
von EXIT eigenen Körperhaltungen und Techniken
zum Ausdruck kommen. Und darin liegt
das Verdienst des Films, dass er gleichzeitig
die Nähe des empathischen Blicks und die
Distanz des ethnographischen Standpunkts
herstellt, die bis ganz zum Schluss, bis zum
äussersten Ende dessen, was Kino einzufangen
wagen darf, einen moralischen Halt mit
packenden ästhetischen und erzählerischen
Werten gibt.
Jean Perret, Visions du Réél Nyon
Fernand Melgar
2008 LA FORTERESSE
2005 EXIT, LE DROIT DE MOURIR
2005 LA VALLEE DE LA JEUNESSE (CARTOGRAPHIES No. 6)
2005 LE PUIT
2003 LE PREMIER JOUR (LE COMBAT, LA VISITE)
2003 A TABLE / A L'ARRIERE / J
2002 REMUE - MENAGE
1998 LA CLASSE D'ACCEUIL
1997 FOU DU JEU: LES FRISSONS DU HASARD
1993 ALBUM DE FAMILLE
1991 JE ZAPPE DONC JE SUIS
1990 CHRONIQUES CATHODIQUES
1987 L'HOMME-NU
1986 LE MUSEE IMAGINAIRE
Videos
News
- Schweizer Filmpreis Quartz 2009 - Die lange Nacht des Schweizer Films 2009-03-07
- Le Temps: Fernand Melgar: «J'ai pensé à une petite fable de Noël» 2008-09-17
- NZZ: Der Pardo d'Oro von Locarno geht an Mexiko 2008-08-17
- Solothurn: Filmpreis der Gemeinde Lohn-Ammannsegg an Karine Sudan 2007-01-27
- EXIT, LE DROIT DE MOURIR de Fernand Melgar le 22 janvier sur TSR2 2007-01-21
- EXIT. LE DROIT DE MOURIR von Fernand Melgar 2006-09-27
Internet
- Climage EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- Website Verein Exit
- Website Verein Dignitas
- British Medical Journal: Review EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- Webdocine critique EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- TSR Infrarouge sur EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- Les Carnets de JLK sur EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- Wikipedia EXIT
- Agora Canada sur le suicide assisté
- Visions du Réel Nyon: Fiche EXIT, LE DROIT DE MOURIR
- Wikipedia Fernand Melgar
- OutNow.ch EXIT. LE DROIT DE MOURIR
- Sélection Visions du Réel Nyon
- Visions du Réel Nyon Fiche du film
Preis: 30.00 CHF
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DVD5
PAL 16:9
Region 0
Sprachen: Français
Untertitel: Deutsch English Italiano Español
Exit. Le droit de mourir
CH 2005 76'
Regie: Fernand Melgar
Drehbuch: Fernand Melgar
Kamera: Camille Cottagnoud, Steff Bossert
Ton: Blaise Gabioud
Schnitt: Karine Sudan
Produktion: Florence Adam, Les Productions JMH, Climage
Stichworte
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