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Jour de nuit
Dieter Fahrer, Bernhard Nick
Hinten im Tal, beim Wasserfall, stellt er seine Staffelei auf. Verweilen, schauen, malen – dasein mit den Kräften des natürlichen Lichts. Am Waldrand steht sein Haus, Zentrum seines Tuns, sein Herd im Winter. Paris – «ville lumière». Ein Mann. Eine Frau. Beide Schauspieler. Beide erblindet. Blind in einer blendenden Welt. Hören im Dunkel. Sehen im Dunkel. Wach sein. Schattentheatergestalten tauchen aus dem Dunkel auf ans Licht – und im Licht: ein spielendes Kind, das nur die Gegenwart kennt und in ihr die wunderbare Gegenwärtigkeit von allem. Ein Film über Licht, Sehen und Wahrnehmung.
Licht fällt aufs Wasser und bricht sich in einer Unzahl von Spiegelungen.
Ein Boot bahnt sich ruhig seinen Weg durch das Glitzermeer.
Das Wasser erscheint unwirklich, unergründlich und unnahbar.
Dann öffnet sich ein grosses Tor ,und strahlendes Licht
erfüllt den Raum. Doch gleich, noch zu Beginn dieser Erzählung
voller Geheimnisse, schleicht sich die Finsternis ein. Weisses,
elektrisches Licht erhellt in regelmässigen Abständen drei Gesichter,
drei Körper, die auf einem Drahtseil durch die italienische
Nacht dringen.
JOUR DE NUIT erzählt die facettenreiche Geschichte des Lichts so,
wie es von denjenigen wahrgenommen wird, die es zu ihrer Arbeit
brauchen. Wie der Maler, der seine Staffelei in der einzigartigen
Landschaft des Berner Oberlandes aufstellt. Wie die Insassen
des kleinen Bootes, das im Dämmerlicht den Canal Saint Martin
in Paris entlang fährt. Sie alle sind auf der Suche nach den Geheimnissen
des Lichts, das den Farben ihre Intensität und den
Dingen ihre Substanz gibt.
Der Film gewinnt an Komplexität, sobald Menschen auftauchen,
die ihr Augenlicht verlieren oder gar nicht mehr sehen können.
Ein Schauspielerpaar spricht über die immerwährende Nacht,
die sie sehen. In einer Szene von einmaliger Schönheit, die zeigt,
wie gemeinsame kreative Arbeit die Behinderung überwinden
kann, malt eine Mutter mit ihrem sehenden Kind. Aus den Verbindungen
zwischen den einzelnen Fragmenten, die auf den
ersten Blick unzusammenhängend scheinen, entsteht allmählich
ein kohärentes Bild. Denn dieser Film zeigt mit Hingabe die
verschiedenen Gesichter der Welt, den Einfallsreichtum (Stiefel
aus Filz), die Kultur (Theater) und unterschiedliche Stimmen (die
nüchternen Gedanken der Menschen). Die Filmemacher haben
ein Talent dafür, die Gegensätze zwischen hell und dunkel, Tag
und Nacht, warm und kalt, Sommer und Winter, Innen und Aussen
aufzuzeigen, ohne dabei in gängige Schemata zu verfallen. Indem
sie einerseits verknüpfen und andererseits abgrenzen, regen sie
vielmehr Überlegungen über unsere Eigenwahrnehmung an, die
aus uns einsame und zugleich miteinander verbundene Individuen
macht: einsam wie die Bettlerin, die in einer endlosen Litanei in
der Pariser Metro «für ihre Kinder» bittet; miteinander verbunden
wie all die Menschen, die am Ende des Films gemeinsam in blendendes
Licht eintauchen. Ohne ihn mit Symbolen oder Metaphern
zu überladen, haben die Regisseure – wie weltliche Priester – hier
einen Film geschaffen, der ohne Religion, aber doch mit einer
Spur von Spiritualität, eine Andacht feiert.
Jean Perret, Visions du Réel Nyon
Dieter Fahrer
Geboren 1958 in Bern. 1979-81 Bayerische Staatslehranstalt für Fotografie, München. Ab 1981 Arbeiten als freier Fotograf, diverse Publikationen, Installationen und Aktionen. Ab 1983 Mitarbeit als Aufnahme- und Produktionsleiter, Kameraassistent, Kameramann bei Spiel- und Dokumentarfilmen von Clemens Klopfenstein, Felix Tissi, Daniel Schmid, Matthias von Gunten, Nicolas Humbert & Werner Penzel und Bernhard Nick. 1988-96 Compagnon bei Balzli & Cie in Nidau. Ab 1997 Geschäftsführung der Balzli & Fahrer GmbH, Filmproduktion in Bern.
2010 SMS FROM SHANGRI-LA
2004 QUE SERA?
2000 JOUR DE NUIT
1991 AUS HEITEREM HIMMEL
Bernhard Nick
Geboren 1958 in Basel. 1977-82 Ausbildung am Konservatorium Bern «Swiss Jazz School». 1979-81 Mitarbeit als Drehbuchautor, Schauspieler und Musiker in Filmen von Bruno Nick. Ab 1983 Realisation von Kino-Dokumentarfilmen, diversen Performances und Spektakeln.
2000 JOUR DE NUIT
1995 ZWISCHENTÖNE
1990 NESTWÄRME
News
- JOUR DE NUIT von Dieter Fahrer 2007-04-24
Internet
Preis: 30.00 CHF
An Lager
DVD5
PAL 16:9 + 4:3
Region 2
Sprachen: Deutsch
Untertitel: Deutsch English Français
Jour de nuit
CH 2000 90'
Regie: Dieter Fahrer, Bernhard Nick
Kamera: Dieter Fahrer
Ton: Balthasar Jucker
Schnitt: Maya Schmid, Stephan Ribi
Musik: Werner Aeschbacher, Tini Hägler, Bernhard Nick, Victoria Givre, Victoria Givre
Produktion: Balzli & Fahrer GmbH
Mit: Peter Bergmann, Monie Maziane, Bruno Netter
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