Carnets d'un fragment sonore
Samantha Granger
Der Film handelt von einer Reise, die aus
mehreren Reisen besteht. In vier Monaten
von Genf nach Japan, 17’000 km mit einem
Campingbus, der am Zielort seinen Geist aufgibt.
Samantha Granger (Bildaufnahmen) und
Rudy Decelière (Ton) möchten damit blinden
Japanern Klangfragmente jener Gebiete vorstellen,
die sie durchfahren. Sie, die ersten
Hörer, sieht man gleich zu Beginn des Films.
Sie hören zu.Wie jene Kinder in der Mongolei
und ihre Mutter setzen sie Kopfhörer auf,
aus denen Symphonien aus dem Klang von
Wind, Regen, vorbeifahrenden Zügen,Windkrafträdern
oder Stadtlärm ertönen. Thema
dieser visuellen Klangreise ist die Zeit, die
man braucht, um in fremden Landschaften
Fuss zu fassen. Die statische Einstellung, die
nach der nächtlichen Fährüberfahrt nach
Kasachstan entstand, ist wunderbar. DieWelt
ist gerade so weit entfernt, dass sie darin
ihre Spuren hinterlässt. Daneben gibt es
andere Erzählungen, die von Samantha
Granger, seltener von Rudy Decelière gemurmelt
werden und beispielsweise Ermüdung,
Zweifel, Ängste und die seltsame Sehnsucht
nach dem Geruch sauberer Wäsche festhalten.
In diesen CARNETS D'UN FRAGMENT SONORE
gibt es eine Fülle denkwürdiger Augenblicke,
denn Granger und Decelière sind offen für die
Realität und extrahieren gekonnt kleine, herrliche
Alltagsberichte, die von unvergleichlichen
Personen dargestellt werden. Das
Berührende sind daher die Gesichter jener
Menschen, welche die Klänge von Ländern
hören, die sie niemals bereisen werden.
Auf diese Weise sehen sie die Weite ihrer
inneren Landschaften.
Jean Perret, Visions du Réel 2009
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