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FAZ: Die vielen Facetten des Chaos
Mit Milagros Mumenthalers ABRIR PUERTAS Y VENTANAS ging der Goldene Leopard an den Film im Wettbewerb, der bei aller konkreten Beobachtung auch ein Geheimnis besitzt und in den Gedanken des Zuschauers lange nachhängt. Die Auszeichnung für die „Beste Schauspielerin“ ging mit Maria Canale für ihre erste Filmrolle gleichfalls an diesen Film, ebenso wie einige Preise der unabhängigen Jurys.
Insgesamt war Locarno 2011 in beiden Wettbewerben ein guter Jahrgang, ein spannendes Programm mit einigen sperrigen und „schwierigen“ Filmen, die formal keine Kompromisse machten – ein Beleg dafür, dass der gute Eindruck des Vorjahres, in dem der neu berufene künstlerische Leiter Olivier Pere vieles umgekrempelt hatte, kein Zufall war. Qualitativ schwer nachzuvollziehen bleiben für den Besucher aber nach wie vor die Unterschiede zwischen den beiden Wettbewerben um den Goldenen Leopard beziehungsweise den „Cineasti del Presente“. Zudem war der Hauptwettbewerb stilistisch wie thematisch im Vergleich zum Vorjahr insgesamt weniger abwechslungsreich und extrem, ohne größere Wagnisse. Die eine oder andere ästhetische Provokation hätte fraglos gut getan. Stattdessen überwogen „kleinere“ Varianten des Autorenkino-Mainstreams, wie er, finanziell besser ausgestattet, auch in Berlin, Venedig und Cannes zu sehen ist. Wer unter „Autorenkino“ aber auch originellen Umgang mit Genres versteht oder produktive Zumutungen, musste sich eher an die Nebensektionen halten. http://www.faz.net
2011-08-17 Permalink Tweet Weiterempfehlen

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