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451°F: Schlussbericht zum 64. Internationalen Filmfestival von Locarno
Die ganz grossen Entdeckungen konnte man beim 64. Internationalen Filmfestival von Locarno nicht machen. Doch der Mix aus nicht immer ganz gelungenen, aber eigenwilligen Autorenfilmen im Wettbewerb und attraktiven Publikumsfilmen auf der Piazza überzeugte.
Ansonsten kann man mit den heurigen Wettbewerbsbeiträgen aber durchaus zufrieden sein. Verschont blieb man von Belanglosigkeiten, zahlreich waren dafür die Filme, die nach einer eigenen filmischen Sprache suchten.
Dazu gehört auch Milagros Mumenthalers mit dem Goldenen Leoparden, dem Darstellerpreis für Maria Canale sowie dem Filmkritikerpreis und zwei lobenden Erwähnungen ausgezeichnetes Debüt ABRIR PUERTAS Y VENTANAS. Die in der Schweiz aufgewachsene argentinische Regisseurin erzählt von drei Schwestern, die an der Schwelle zum Erwachsenenalter stehen. Nach dem Tod der Grossmutter igeln sie sich im Stadthaus ein, das sie kaum verlassen. Besucher werden abgewimmelt. Mumenthaler bleibt zurückhaltende Beobachtern des Trios, hält in langen Einstellungen und ruhigen Schwenks Nähe, Machtspielchen und Eifersüchteleien zwischen den drei Schwestern fest, von denen die älteste so etwas wie die Mutterrolle übernehmen will. Eindrücklich evoziert die 34-jährige Regisseurin den Zustand des Stillstands, der doch ganz langsam und leise von Bewegung abgelöst wird. – Mit grosser Konsequenz ist das zwar inszeniert, stellt in der Ereignislosigkeit bei einer Länge von 100 Minuten die Geduld des Zuschauers aber auch auf die Probe. http://www.451.ch
2011-08-17 Permalink Tweet Weiterempfehlen

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