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NZZ: Das SENNENTUNTSCHI und die Filmpolitik
Ein Schweizer Gespenst geht um: das SENNENTUNTSCHI. Der Streit um Michael Steiners unter Produktionsstopp stehenden Film droht das Image aller Beteiligten nachhaltig zu beschädigen. (...) Zumindest ist die Vorstellung nicht ganz abwegig, dass man in Bern das SENNENTUNTSCHI unbedacht hat ins Unglück laufen lassen. Auf diesem Film und seinem erfolgreichen Regisseur (MEIN NAME IST EUGEN, GROUNDING) lastete von Beginn weg grosser Druck. Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden, irgendwo zwischen Publikumswirksamkeit und talentierter Handschrift, wie es dem Filmchef in Bern, Nicolas Bideau, vorschwebt, um das Schweizer Kino neu zu beatmen. Zudem benötigt der umstrittene Bideau, dessen Habitus zuweilen eher an die grossmächtige Geste eines Kurators als an den neutralen Impetus eines staatlichen Filmförderers erinnert, dringend einen öffentlichkeitswirksamen Leistungsausweis. Das laute Schweigen aller Beteiligten im Fall SENNENTUNTSCHI weckt den Verdacht, dass die Produktion bei Drehbeginn auf reichlich wackligen Füssen stand, zu wenig Geld vorhanden war und man von dem wenigen zu viel ausgegeben hat, kurzum: dass bei der Produktion nicht alles ganz sauber ablief. Spätestens, als eine renommierte – und bereits bei EUGEN helfend eingesprungene – Produktionsfirma wie die Zürcher C-Films das Handtuch warf, in der Folge das Schweizer Fernsehen seine Unterstützung aufkündigte und die Zürcher Filmstiftung die ihre überdachte, hätten die Warnlampen auch in Bern aufleuchten müssen. Filmemachen ist ein teures Geschäft. Dass ein Produzent ein Projekt an die Wand fährt, kann einmal passieren. «Das ganze Projekt leidet aber darunter, dass es intransparent ist und weiterhin bleibt», so Andres Brütsch, Vizepräsident des Stiftungsrats der Zürcher Filmstiftung.
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2009-09-17 Permalink Tweet Weiterempfehlen
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