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images/g/giuliasverschwinden05.jpg Tages Anzeiger: So zärtlich brutal
In erstaunlich vielen Filmen in Locarno ist es bis jetzt um die schockierende Entdeckung gegangen, dass man älter und schliesslich alt wird. In jeder Generation. Manchmal (lang nicht immer) hat das Gefühl, alt zu werden, scheints tatsächlich etwas mit dem Alter zu tun. Das Glas über den Durst zum Beispiel beginnt irgendwann seine Harmlosigkeit und Bekömmlichkeit zu verlieren. So ab Mitte vierzig neigt man zu Fehlsicht und Bauch; und haben Sie gewusst, dass dann auch die Fähigkeit schwindet, geschmolzenen Käse zu verdauen?
Diese objektive Symptomatik widerlegt die zunehmend verzweifelte Behauptung, man sei so alt, wie man sich fühle. Und nicht oft hat man das im Kino derart elegant, nämlich so locker und zärtlich brutal in Dialogen verstreut, erzählt und anschaulich gemacht bekommen wie in GIULIAS VERSCHWINDEN, dem neuen Spielfilm des Zürcher Regisseurs Christoph Schaub.
Am Samstag (das Wetter hielt sich) hatte er Premiere auf der Piazza Grande und war eine niet- und nagelfest gefertigte Tragikomödie des Älterwerdens und der Weigerung, älter zu werden, des Jungseins und der Gewissheit, es zu bleiben, und des unbestreitbaren Altseins. Ein höchst nötiger Auftritt, ausserdem. Er trug wieder etwas künstlerische Würde in den Schweizer Film, der in letzter Zeit ja nicht durch sich selber aufgefallen ist, sondern durch das ihn umspielende Gekiefel. http://www.tagesanzeiger.ch
2009-08-10 Permalink Tweet Weiterempfehlen

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