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Berlin Stettin
Volker Koepp
Der Dokumentarfilm-Regisseur Volker Koepp wurde 1944 in Stettin geboren und wuchs in Berlin-Karlshorst auf. Zwischen diesen beiden Städten, zwischen Elbe und Oder, hat er immer wieder Menschen getroffen und Orte gefunden, die er zu Hauptdarstellern seiner Filme gemacht hat. In BERLIN - STETTIN zieht es ihn zurück in seine früheren Lebenslandschaften. Seine eigene Biografie überlagert sich mit der Biografie seiner wiedergefundenen Protagonisten, mit der Geschichte dieses Landstrichs. Und wieder findet er neue Menschen und Landschaften, neue Themen und einen neuen Ansatz, sie zu erzählen.
Koepps erster autobiografischer Film BERLIN-STETTIN beginnt in Berlin-Karlshorst, wo er 1953 russische Panzer hat rollen sehen. Darüber unterhält er sich aus dem Off mit einer alten Schulfreundin, die Reise geht weiter durch Landschaften, in denen er oft gedreht hat: Brandenburg, Mecklenburg, Pommern. Er sucht Protagonisten seiner alten Filme auf, so die burschikose Schweisserin Karin von TAG FÜR TAG, die Arbeiter der MÄRKISCHEN TRILOGIE und die sympathischen Frauen aus WITTSTOCJ, Elsbeth und Renate. Er lässt sie ihr früheres Leben reflektieren und fragt eindringlich, in seinem unverkennbaren, ruhigen und heute auch freundschaftlichen Ton, nach dem Hier und Jetzt.
«Warum hast du denn heute bessere Fragen gestellt wie sonst?» fragt Renate, eine Protagonistin der WITTSTOCK-Serie, den Regisseur verschmitzt. Koepp dokumentierte in sieben Filmen die Lebensläufe der Textilarbeiterinnen von Wittstock – vor und nach der Wende. Der Betrieb wurde inzwischen saniert, einige Mädchen von damals leben heute noch in Wittstock. So auch Renate, die Abteilungsleiterin war, von einer politischen Karriere träumte aber schliesslich als Putzfrau arbeitete. Viel Zeit ist seit den ersten Dreharbeiten vergangen. Mit seiner gewohnten sensiblen Beharrlichkeit und Empathie bringt Volker Koepp Menschen vor die Kamera und macht sie so zu unvergesslichen, rührenden Filmhelden.
Koepp trifft auf seiner filmischen Reise auch neue Menschen: Doris Krause hat das Kriegsende in Broda bei Neubrandenburg miterlebt und erinnert sich an Koepps Familie, die 1944 von Stettin, dem heutigen Szczecin, geflüchtet war. Sachlich liest sie ihre Tagebuchaufzeichnungen vor. Gespenstische Szenen des Schreckens: Übergriffe der russischen Soldaten, Plünderungen und Vergewaltigungen. «Die arme Frau Koepp hat es einige Male erwischt», erzählt Krause. Worte, die unter die Haut gehen.
Zwischen den Stationen der Erinnerung des Regisseurs Momente der Ruhe und Hoffnung, Zeit zum Durchatmen. Koepp lässt die Landschaft sprechen. Romantische, atemberaubende Bilder von Thomas Plenert – Wind in den Bäumen der Uckermark, tiefhängende Wolken, karge Hügel aus der Eiszeit, dann die Ostsee. Schliesslich Stettin, Koepps Geburtsort. Kein Heimkommen zwar, dafür eine Feier mit neu gewonnenen polnischen Freunden.
Visions du Réel Nyon 2009
News
- BERLIN STETTIN von Volker Koepp 2011-05-30
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Preis: 35.00 CHF
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DVD5
PAL 16:9
Region 2
FSK: 12+
Sprachen: OV (Deutsch Polish)
Untertitel: Deutsch English
Berlin Stettin
D 2009 110'
Regie: Volker Koepp
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