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 Allein machen Sie dich ein

Allein machen Sie dich ein

Mischa Brutschin

Diese Filmreihe dokumentiert die Geschichte der Zürcher Häuserbewegung. Anhand von original Film-, Bild- und Ton-Dokumenten wird ein Bogen geschlagen, dessen Ausläufer bis zu den Züri-Festern der 50er Jahre reichen, als zahlreiche Jugendliche für ein Jugendhaus Geld sammelten.

Am 30. Mai 1980 findet eine Protest-Demonstration vor dem Opernhaus statt. Die DemonstrantInnen protestieren dagegen, dass das Opernhaus Teile der Roten Fabrik als Abstellraum für ihre Kulissen missbraucht und zusätzlich noch einen 60 Millionen-Kredit erhalten soll, während für alternative Kultur angeblich kein Geld vorhanden ist. Die in Krawall-Montur auftretenden Polizeikräfte provozieren einen Krawall, welcher den Grundstein für die sogenannten ‚Zürcher Unruhen’ legt.

Am 28. Juni wird das AJZ an der Limmatstrasse 28 eröffnet. Den AktivistInnen bleibt kaum Zeit, ihre ersten Ideen umzusetzen und die Renovationen abzuschliessen, da wird das AJZ am 4. September nach einer Gross-Razzia geschlossen. Das AJZ wurde geöffnet, um beim erstbesten Vorwand gleich wieder geschlossen zu werden. Ähnlich wie es beim Bunker 1971 war. Doch dieses Mal ist die Bewegung stärker und erzwingt die Wiedereröffnung – wenigstens für ein Jahr.

Das AJZ scheitert an der Ansammlung der städtischen Sozialprobleme und an den eigenen Konflikten – zurück bleiben die Erinnerungen an traumatisierende Erlebnisse, die vor allem geprägt von der Ohnmacht gegenüber Dealern und der städtischen Drogenpolitik sind.

Auch wenn die eigentliche Bewegung schon zwei Jahre später faktisch zerschlagen war, loderte das Feuer weiter, wie Brutschin dokumentiert. Gerade die Kämpfe um die Wohnhäuser am Stauffacher und später an der Schmiede Wiedikon konnten ihre Stärke nur entfalten, weil sie auf die Unterstützung vieler zählen konnte, die sich im AJZ kennengelernt hatten. 1989 dann kam es mit den «Aufläufen gegen den Speck» wieder zu Auseinandersetzungen, die an 1980 erinnerten. Eine neue Generation integrierte sich in die Häuserkampfszene. Die neue Bewegung rang den Stadtbehörden mit wöchentlichen Demonstrationen und unzähligen Besetzungen eine faktische Tolerierung von Hausbesetzungen bis zum Abbruchtermin ab.
Brutschin hat für seine Dokumentation einen subjektiven Ansatz gewählt: die Perspektive des Aktivisten. Neben Archivaufnahmen des Schweizer Fernsehens zeigt er vor allem Filmmaterial, das aus der Szene selbst stammt. Texte aus Flugblättern und Bewegungszeitungen werden mit eigenen Kommentaren verwoben. Dazu montiert Brutschin Töne aus dem öffentlich-rechtlichen Radio, von Piratensendern und vom bewegungsnahen Radio Lora. Ihren ganz eigenen Stempel drücken der Dokumentation schliesslich die Aufnahmen von unzähligen Bands auf, die damals in den besetzten Häusern und Zentren auftraten.
Daniel Stern, WOZ

Auffallend ist die Kontinuität und der Einfallsreichtum, mit welcher immer neue Konzepte erprobt wurden, Bewährtes übernommen und weiterentwickelt wurde, wobei sich zeitweilig beträchtliche Anteile der BewohnerInnen Zürichs mit dem Widerstand solidarisierten. Die Vorgehensweisen wurden auch immer wieder selbstkritisch überdacht und die eigenen Schwächen thematisiert. Grosse Siege waren selten, die Geschichte gleicht vielmehr einer Kette von Niederlagen, trotz vereinzelter Teilerfolge.
D. Schaufelberger, Taxi

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EAN 7640139362452
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